Fallbeispiele Chirurgie bei Reptilien und Vögeln

Chirurgische Versorgung einer Panzerfraktur bei einer Schildkröte

Anamnese:

Nach dem unplanmäßigem Verlassen des Terrariums ist die Schildkröte mehrere Stufen einer Treppe hinuntergefallen. Dabei verletzte sie sich dermaßen, dass der hintere Teil des Panzers (Carapax) mit Eröffnung der Lungenhöhlen vollständig abgebrochen war. Auf der Carapaxunterseite kam es zu Weichteilverletzungen.

Diagnose:

Fraktur des hinteren Carapax mit Eröffnung der hinteren Lungenhöhlen und Weichteilverletzungen

Therapie:

Stabilisierung der Fraktur durch Osteosynthese mit mehreren Zuggurtungen/Parapulpärstiften, Abdeckung der Fraktur mit lichtgehärteten Kunststoffplatten aus dem Dentalzubehör.

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Kastration einer Bartagame mit Legenot

Anamnese:

Eine 2001 geborene Bartagame zeigte aufgrund einer Mangelernährung eine Rachitis. Diese manifestierte sich in ausgeprägten Wirbelsäulende- formationen und Unregelmäßigkeiten in der Eiablage. In den letzten Monaten entwickelte das Tier eine große Menge an Eiern, konnte diese aber nicht ablegen. Unterstützende Maßnahmen führten zu keinem Erfolg.
Der Allgemeinzustand des Tieres konnte nur durch intensive Zufütterung stabil gehalten werden. Wir empfahlen eine Kastration des Tieres, um die Belastung durch die große Eiansammlung in der Bauchhöhle zu beenden.

Diagnose:

Legenot durch Rachitis

Therapie:

Kastration: entfernt wurden insgesamt Eier mit einem Gesamtgewicht von 79 Gramm. Die Hälfte der Eier war eingetrocknet und hätten auf natürlichem Wege nicht entwickelt werden können. Im linken Ovar befanden sich doppelt so viele Eier wie im rechten Ovar.

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Entfernung eines eingewachsenen Ringes bei einer Amazone

Anamnese:

Der Vogel entlastete das Bein und konnte sich mit den Zehen kaum noch auf den Stangen festhalten.

Diagnose:

Eitrige Hautentzündung (Dermatitis) mit einer hochgradigen Anschwellung des Gewebes im Bereich des Ringes

Therapie:

Entfernung des eingewachsenen Ringes durch Zerteilung mittels wassergekühlter Turbine bzw. Diamantfräse und anschließender Wundversorgung.

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